Neckarbischofsheim. Nach 25 Jahren ging am Donnerstagabend für die Gastronomin Anne Kerbe ein Wunschtraum in Erfüllung: Einmal in einer ihrer bisherigen vier Kneipen (Deutscher Kaiser in Flinsbach, Aquadröhn in Bargen, Lamm in Hasselbach und jetzt Keller Neckarbischofsheim) Weiberfasching feiern. Im Gewölbekeller unterhalb des Neckarbischofsheimer Rathauses ging dieser nun in Erfüllung. Über 100 närrische Frauen ließen sich den Event mit der Frauenband „Schrubbers“ und Friedel von den Bronnweiler Weibern nicht entgehen. Die vier Männer, die für die Technik auf der Bühne und die Bewirtung der Närrinnen im Keller zuständig waren, hatten an diesem Abend nur wenig zu Lachen. „Heute können wir mal gnadenlos ablästern, ohne dass uns was passiert“, gab Susanne Kammerer die Parole aus.
Gehörig Stimmung brachten die vielen Närrinnen schon vor dem Programm selbst in das Kellergewölbe. Einen Faschingsschlager nach dem anderen stimmten sie an und heizten so ihre gute Laune und die Vorfreude auf den humorvollen Abend gewaltig an. „Wenn heute noch unsere Männer da wären, dann hätten wir hier nur zur Hälfte Platz“, zündete Kammerer dann die erste Lachsalve.
Die „Girlieband“ legte sich dann auch mächtig ins Zeug und traf mit ihren bekannten Liedern, die sie mit witzigen Texten über den Alltag, Freunde, Problemzonen, Ehe und Männer versahen den Nerv der Damenwelt.
Einen langen Anreiseweg legte Friedel Kehrer von der Schwäbischen Alb an diesem Abend zurück. Nach Rathaussturm und mehren Auftritten rund um Reutlingen herum fand sie trotz Schneetreiben und spiegelglatten Straßen nach vier Stunden Fahrt noch in den „Keller“. Die Närrinnen waren begeistert, und stimmten mit der Schwäbin kräftig in das „Narri Narro“ ein. Ihre bessere Hälfte, Mary Lutz, hatte das „Bronnweiler Weib“ krankheitsbedingt zu Hause lassen müssen. Dennoch war Mary immer anwesend – zumindest auf einem großen Plakat, das Friedel aus ihrer Handtasche nahm, entfaltete und auf der Kleinkunstbühne aufhing.
Mit viel Wortwitz und Trinksprüchen gingen Susanne Kammerer und Friedel Kehrer dann natürlich zu den zahlreichen Hetzattacken auf die Männer über. Die ansonsten nicht auf den Mund gefallene Susanne hatte mächtig zu tun, um der professionellen Schwäbin Paroli bieten zu können, was dem „Mundwerk der Schrubbers“ auch mehrfach gelang. „Die hott mich gonz schee gschafft“, lachte Kammerer über sich selbst, nachdem das Bronnweiler Weib den Heimweg angetreten hatte.
Danach trumpfte die Girlieband dann noch mal kräftig mit ihren Liedern auf. „Wahnsinn, warum schickst du mich in die Küche“, auf Wolfgang Petrys bekannten Schlager oder „Hör’ auf zu schnarchen“, auf das bekannte „Über den Wolken“ brachten die Närrinnen in Hochform. Andrea Berg’s „Du hast mich 1000 Mal belogen“, wurde in „Ich hab’ mich 1000 Mal gewogen, ich hab’ mich 1000 Mal verschätzt“ umgetextet und sollte die Frauen an ihren Hüftspeck erinnern. Einen Wunschtraum äußerten die Schrubbers auch mit dem Lied „Ein Mann, der mich auf Händen trägt“ (Original: Ein Stern, der Deinen Namen trägt). Weitere Themen waren das Autofahren mit einem Mann als Beifahrer, die Lieblingsbeschäftigung der Frauen „Schuhe kaufen gehn“ und natürlich durfte auch ein Lied auf das beste Stück des Mannes nicht fehlen.


