Neckarbischofsheim. Der wirtschaftliche Aufschwung ist nunmehr auch in Neckarbischofsheim angekommen. Ein ziemlich hoher Gewerbesteuermessbescheid trägt dazu bei, die Finanzen der kleinen Kraichgaustadt etwas entspannter zu sehen. Anstatt der bisher veranschlagten 600.000 Euro fließen in das Stadtsäckel in diesem Jahr nun 750.000 Euro. Durch diesen „Geldsegen“ konnte die Verwaltung in ihrer jüngsten Vorlage zu den Haushaltsberatungen auch verkünden, dass die Zuführungsrate vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt von bisher 275.000 Euro auf 514.000 Euro angewachsen ist. Trotz der geplanten Baumaßnahmen wie Lagerhalle für Holzhackschnitzel (250.000 Euro), Kanal- und Straßensanierung in der Oberen Turmstraße (290.000 Euro), Brandschutzmaßnahmen im Schulzentrum (100.000 Euro) konnte die bisherige Kreditaufnahme von knapp 250.000 Euro auf unter 200.000 Euro gedrückt werden. Außerdem will sich die Verwaltung mit der Abdeckung des Fehlbetrags (64.000 Euro) noch Luft verschaffen, denn der Fehlbetrag aus dem Jahr 2010 kann auch noch im Haushalt 2013 ausgeglichen werden. Das „Spielen mit Zahlen“, wie es Bürgermeister Hans-Joachim Vogt in der jüngsten Gemeinderatssitzung bezeichnete, hat der Stadtchef von der Pike auf gelernt, und nutzt diesen Finanzspielraum nun bei seinem 30. und letzten Haushalt in Neckarbischofsheim zugunsten der städtischen Finanzen aus.
Wenige Auskünfte zu den Haushaltsansätzen hatte die Verwaltung an diesem Abend zu erteilen. Wie es in Neckarbischofsheim üblich ist, hatten die Fraktionen bereits frühzeitig ihre Anfragen an die Verwaltung herangetragen, die sich darauf vorbereiten konnte. Neben einer Aufstellung der Prämien für die Versicherungen wurden auch die Betriebskosten für die Stadthalle den Ratsmitgliedern erläutert.
„Möchten wir uns weiterhin den Kultursommer, die Kerwe und die russische Partnerschaft leisten“, stellte Bürgermeisterstellvertreterin Karin Bender die Frage in die Runde. Der Verwaltungschef gab ein klares Signal: „Ja!“ Stadtrat Norbert Benz wollte die Mittel nur gestrichen wissen „wenn wir arge Sparmaßnahmen vornehmen müssen“. Da sich der Haushalt 2012 doch von einer besseren Seite zeigt, „kann sich die Stadt die Ausgaben leisten, auch wenn sie weh tun“, so Benz.
Vogt gab zu bedenken, dass gerade der Neckarbischofsheimer Sommer ohne finanzieller Aufwand für die Stadt darstelle. Die Aufführungen der Badischen Landesbühne finanzieren sich von selbst und die weiteren Veranstaltungen werden von der Kellerwirtin Anne Kerbe und dem Förderverein „PRO Neckarbischofsheim“ veranstaltet. Lediglich 2500 Euro werden aus städtischen Mitteln für das Feuerwerk zur Verfügung gestellt. Und wenn diese, wie Stadträtin Edith Bräumer forderte, auf die Hälfte reduziert werden, „dann brauchen wir gar kein Feuerwerk machen.“ Sponsoren sollen helfen, wie bereits im letzten Jahr durch eine spontane Aktion eines örtlichen Unternehmers, die Kosten für das Feuerwerk gering zu halten.
Einstimmig stimmte der Gemeinderat nach erfolgter Diskussion zu, die durch die Verwaltung vorgelegten Änderungen zu Personalkosten, geänderten Zuweisungsbeträgen und den vorgesehenen Baumaßnahmen durch den Stadtkämmerer in das Planwerk einarbeiten zu lassen. Die Beschlussfassung über die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan soll dann in der nächsten Sitzung am 14. Februar erfolgen. Dann darf man auch wieder auf die Statements der beiden Fraktionen gespannt sein.

