Neckarbischofsheim. Die Lagerung von Holzhackschnitzel und von Streusalz war ein umfassendes Thema, mit dem sich der Neckarbischofsheimer Gemeinderat in seinen jüngsten Haushaltsberatungen beschäftigte. Nachdem die bisherige Lagermöglichkeit im Steinbruch Helmhof der Stadt aufgekündigt wurde, machte sich die Verwaltung in den vergangenen Wochen bereits viele Gedanken, wo man die Holzhackschnitzel für die Heizzentrale im Schulzentrum künftig so einlagert, dass diese noch besser als bisher nutzbar gemacht werden. Von den Vorstellungen, die Bürgermeister Hans-Joachim Vogt dem Gremium am Dienstagabend präsentierte, fühlten sich einige Mitglieder schlichtweg „überfahren“.
25 mal 15 Meter soll die Größe der Lagerhalle sein, die neben dem Tartanplatz am Adolf-Schmitthenner-Gymnasium vorgesehen ist. 250.000 Euro will die Stadtverwaltung dafür investieren, wobei ein Zuschuss vom Ausgleichstock von rund 175.000 Euro eingeplant ist. Amortisieren soll sich die Baumaßnahme durch Einsparungen beim Kauf von Holzhackschnitzeln. Durch das eigene Material, das sich über die Monate auf der Gemarkung oder im Wald ansammelt, reduzieren sich die Aufwendungen nach einer Kalkulation vom Stadtchef auf rund 25.000 Euro im Jahr. Damit wäre nach drei Jahren die Lagerhalle finanziert. Und wenn der Zuschuss vom Ausgleichstock nicht gewährt wird, so Vogt, dann ist bei voller Finanzierung die Lagerstätte nach zehn Jahren immer noch in einer akzeptablen Zeitspanne abbezahlt.
Um dem Gemeinderat aber noch ein wenig Zeit zu verschaffen, sich ausführlich mit der Thematik auseinanderzusetzen will der Stadtchef erst zur Herbstsitzung des Ausgleichstocks den Antrag einreichen. Die nächste Möglichkeit wäre der 1. Februar, dies war den Gremiumsmitgliedern aber dann doch zu schnell. Bis zum Sommer kann dann auch geklärt werden, ob aus wirtschaftlichen Gründen auch gleich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Lagerhalle installiert wird.
Für den Ausgleichstock werden zum Stichtag im nächsten Monat auf jeden Fall die Aufwendungen für den 3. Bauabschnitt Kanal- und Straßensanierung Obere Turmstraße zur Bezuschussung eingereicht. Außerdem sind für zirka 100.000 Euro Brandschutzmaßnahmen in der Grundschule (ehemalige Hauptschule) und im Adolf-Schmitthenner-Gymnasium (ehemalige Landwirtschaftsschule) durchzuführen. Erst bei der letzten Begehung durch das Baurechtsamt des Landratsamts wurde festgestellt, dass der Flur im Gebäude II des ASG zu lang ist, um mit einem Fluchtweg für die Schüler und Lehrer auszukommen. Um den Anforderungen gerecht zu werden, muss nun eine Fluchttreppe am Gebäude angebracht werden.
Mit der Lagerung ihres Streusalzes muss sich die Stadt Neckarbischofsheim ebenfalls beschäftigten. Wie von der Straßenmeisterei zu hören war, kann die Stadt künftig das Salzlager in der Waibstadter Straße nicht mehr nutzen. Verschiedene Schuppen und Hallen in Neckarbischofsheim wurden bereits durch die Verwaltung begutachtet, aber wegen eingeschränkter Durchfahrtshöhen oder herausstehenden Blockfundamenten für ungeeignet erklärt. Der Neubau eines Schüttlagers soll nun ins Auge gefasst werden, da ein Salzsilo für 40.000 Euro ebenfalls ungeeignet erscheint. Nachdem aber noch zirka 50 Tonnen Salz für die Neckarbischofsheimer Straßen in der Straßenmeisterei eingelagert sind, und der derzeitige Winter sich derzeit recht milde zeigt, war Stadtchef Vogt entspannt, dass auch der Winter 2012/2013 mit dem eingelagerten Material bestritten werden kann. Außerdem will er mit Landrat Stefan Dallinger noch ein Gespräch führen, um durch die weitere Lagermöglichkeit in der Halle des Landkreises finanzielle Hilfe auf andere Weise zu erhalten.

