Neckarbischofsheim. „Mir ist es müßig, in den letzen sechs Monaten meiner Amtszeit hierüber zu diskutieren“, stellte Stadtchef Hans-Joachim Vogt in der jüngsten Gemeinderatssitzung fest, als das Thema Stadthalle angesprochen wurde. Seit der Aufnahme ins Landessanierungsprogramm haben sich nun schon zwei Bürgermeister die Zähne an diesem Thema ausgebissen. Auch der Versuch von Vogt im letzten Jahr, noch einmal einen Kompromiss mit dem Ratsgremium zu finden scheiterte in der Klausurtagung. Ein Denkmal wollte sich Vogt damit nicht setzen, wie er in der Sitzung versicherte, „nur das Problem lösen“.
Die Stadthalle könnte für die Stadt Neckarbischofsheim zum „unkalkulierbaren Risiko“ werden. So zumindest dürften es die drei Zuhörer gesehen haben, die sich die diesjährigen Haushaltsberatungen nicht nehmen ließen und das gemütliche Sofa zu Hause mit den harten Stühlen im Feuerwehrhaus tauschten. Wie Stadtamtsrat Jürgen Böhm nämlich wissen ließ, muss sich der Gemeinderat endlich entscheiden, was mit der Stadthalle passiert – und zwar noch in diesem Jahr. Sollte keine Entscheidung zustande kommen sind nicht unerhebliche Zuschussmittel wieder an den Zuschussgeber, das Land Baden-Württemberg zurück zu überweisen. Und das dürfte dem ohnehin leeren Stadtsäckel sicherlich nicht gut tun.
Ein Verlängerungsantrag sei zwar gestellt, so Vogt, aber es kann durchaus so sein, dass das Land dem Ansinnen der Stadt Neckarbischofsheim nicht stattgibt und am 31. Dezember 2012 die Maßnahme für beendet erklärt. „Dann ist die Stadthalle wieder Thema der nächsten Klausurtagung“, stöhnte die Stellvertreterin des Bürgermeister, Karin Bender. Wenn es nach Stadtrat Peter Haffelder geht wird die Stadthalle lieber heute als morgen platt gemacht – wohlgemerkt noch mit Mitteln aus dem Sanierungsprogramm. Und für den Fraktionschef der Freien Wähler/SPD Hans Peter Jelinek ist die Problematik nicht so schlimm wie sie dargestellt wird. „Wenn ein Investor die Fläche haben möchte, dann nimmt er auch den Abriss des Gebäudes in Kauf, auch dann, wenn es keine Förderung mehr gibt.“
Der neue Bürgermeister, der am 6. Mai gewählt wird, darf sich also auf turbulente Monate nach seiner Verpflichtung freuen – denn diese Nuss ist nicht so leicht zu knacken. Zwei Bürgermeister, Geinert und Vogt, sind bereits daran gescheitert – wenn auch aus den unterschiedlichsten Gründen.

