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03.05.2012 Mit einem Tuten geht’s ins dritte Jahr
Die Krebsbachtalbahn verkehrt wieder durchs Krebsbachtal - Aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom Donnerstag, 3. Mai 2012
Der Uerdinger Schienenbus transportiert Ausflügler in eher gemütlichem Tempo von Hüffenhardt nach Neckarbischofsheim-Nord. Am 1. Mai startete die Saison.
Neckarbischofsheim. (stk) Geblitzt wird Klaus Ulshöfer sicher nicht. Zumindest nicht, wenn er mit seinem Uerdinger Schienenbus auf der Strecke durchs Krebsbachtal unterwegs ist. Am 1. Mai startete das historische Bähnle wieder zu Ausflugsfahrten von Hüffenhardt nach Neckarbischofsheim Nord – und das erfolgreich. „Es war sehr viel Betrieb, etwas über 300 Reisende fuhren mit“, sagt Jürgen Heß vom Verkehrsforum 2000. Heß begleitet die Fahrten, kassiert ab, interviewt die Reisenden und gibt ihnen Tipps rund um die Strecke. „Ein Rundum-Service eben“, schmunzelt Heß, der sich mit dem Saisonbeginn sehr zufrieden zeigt. Im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren sei die Zahl der Ausflügler stabil: „Es gibt eine gewisse Basis, und die gilt es, auszubauen“, meint Heß.
Einziges Manko: Man habe leider viele Leute mit Fahrrädern abweisen müssen. „Deshalb sollte man vorher reservieren“, rät Kundenbetreuer Jürgen Heß. Aber sonst habe es von den vielen Ausflüglern nur positive Rückmeldungen gegeben. Und es sei auch nicht so, dass die Krebsbachtalbahn nur für eine Ausflugsfahrt gut wäre: „Wir haben viele, die für den Erhalt der Strecke kämpfen und deshalb oft mitfahren“, erklärt Heß. Viele wollten auch mal sehen, was sich in einem Jahr verändert hat, wieder andere fahren zum ersten Mal mit dem historischen Schienenbus der Pfalzbahn. „Einige machten auch Maifest-Hopping oder probierten das gastronomische Angebot am Rande der Strecke aus“, erläutert Heß. Das eingesetzte Fahrzeug ist in diesem Jahr wieder ein Uerdinger Schienenbus – wenn auch ein anderer als im Premierenjahr 2010. Im vorigen Jahr verkehrte ein Esslinger Triebwagen auf der 17 Kilometer langen Strecke. Bis zu 90 km/h könnte der Schienenbus theoretisch fahren, aber auf der Strecke im Krebsbachtal ist das nicht möglich. „Hier gibt es sogar Stellen, an denen der Schienenbus maximal 20 km/h fahren kann“, sagt Jürgen Heß. Gemütlich tuckert man eben durch das Krebsbachtal, und kann dabei allerlei rund um die Strecke entdecken.
Der Wagen selbst bietet 56 Sitzplätze, bei der ersten Fahrt des Jahres wurden sogar 80 Fahrgäste gezählt. Früher war der Schienenbus im Tübinger Raum unterwegs, für Schüler und Pendler. Jetzt soll er ein Stück Geschichte wieder lebendig machen. Die Strecke im Krebsbachtal wurde 1902 gebaut. Im Zuge der S-Bahn-Einführung war dann Schluss mit dem Regelverkehr. Für Neckarbischofsheims Bürgermeister Hans-Joachim Vogt, zugleich Vorsitzender des Fördervereins, ist das jetzige Zugangebot vor allem ein touristisches Schmankerl, das Ausflügler in den nördlichen Kraichgau und an die Anliegergemeinden bringen soll.
Und das soll langfristig erhalten bleiben. Im Moment allerdings ist der Bestand über dieses Jahr hinaus noch in der Schwebe, die SWEG will die Strecke abgeben und sucht einen Käufer. Am vergangenen Montag gab es zunächst mal eine Inspektion der Gleisanlagen, aber der Förderverein Krebsbachtalbahn weiß noch nicht, ob er die Aufgabe der Erhaltung und Instandsetzung alleine schultern kann. „Wir hoffen, dass eine Lösung gefunden wird“, sagt Jürgen Heß.
Info: Die Bahn verkehrt bis 21. Oktober immer sonn- und feiertags, außerdem am 24. Mai speziell für Schüler und Senioren. Den Fahrplan gibt es unter www.neckarbischofsheim.de (Tourismus). Reservieren können größere Gruppen mit Fahrrädern per Mail an verkehrsforum2000@gmx.de.


