Gegen das Vergessen …

Seit 1974 gedenken der Heimatverein und der SPD-Ortsverein Neckarbischofsheim, am Abend des 9. Novembers, der Zerstörung der Neckarbischofsheimer Synagoge durch die Nationalsozialisten.


Aufgrund der Corona-Bestimmungen musste diese Veranstaltung zum ersten Mal überhaupt, in der gewohnten Form ausfallen.

Da man ein Erinnern an die Ereignisse des 9. Novembers 1938 gerade in der heutigen Zeit nicht einfach ausfallen lassen kann, läuteten um 16:45 die Glocken. Am Platz der ehemaligen Synagoge wurden Kerzen angezündet und Walter Zeller hielt im Namen der Veranstalter eine kurze Rede des Gedenkens.

Er erinnerte daran, dass am frühen Morgen des 10. Novembers 1938 der damalige Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Samuel Jeselsohn, kurz nach 6 Uhr aus dem Bett geholt wurde und die Synagogenschlüssel herausgeben musste. Nach seiner Flucht nach Palästina verfasste Samuel Jeselsohn einen Bericht über die danach folgende Zerstörung der Neckarbischofsheimer Synagoge.

Die Zerstörung dieses Gotteshauses und aller anderen Synagogen in Deutschland war auch damals ein ungeheuerlicher Tabubruch. Wer Gotteshäuser zerstört, der missachtet und verhöhnt das Herz und die Seele der Gläubigen, der tritt die Würde dieser Menschen mit Füßen.

Dass auch 2020 jüdische Gotteshäuser besonders geschützt werden müssen, dass Rassismus und Antisemitismus, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung von Minderheiten sich in Deutschland wieder breit machen, bezeichnete Walter Zeller als unerträglich.

Die Zerstörung der Synagogen im November 1938 war für alle in Deutschland deutlich sichtbar. Es war die letzte Stufe vor dem millionenfachen Mord, die letzte Stufe vor dem Holocaust. Gerade in Neckarbischofsheim hatten die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger über viele Jahrhunderte das Alltagsleben mitgestaltet und mitgeprägt und sie waren stolz auf ihre Stadt.
Viele von ihnen, die in Neckarbischofsheim geboren wurden oder dort friedlich gelebt hatten, starben, wenn sie nicht rechtzeitig aus Deutschland fliehen konnten, in den Konzentrationslagern.

Durch die brennenden Kerzen wurde so in der Stille der vielen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger gedacht, die in den Konzentrationslagern umgebracht wurden, ebenso wie all derer, die, um ihr Leben zu retten, aus ihrer Heimat fliehen mussten und den vielen, deren Schicksal sich nicht mehr eindeutig klären lässt.

Hier können Sie sich die virtuelle Gedenkfeier zu Ehren der jüdischen Mitbürger in Neckarbischofsheim, die am 9. November 1938 Opfer staatlichen Terrors geworden waren, anschauen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde auf ein öffentliches Event im Stadtgebiet verzichtet. BM Seidelmann filmte Walter Zeller, einen profunden Kenner jüdischer Geschichte im Stadtgebiet, für eine virtuelle Gedenkfeier zur Reichspogromnacht.

Gedenkfeier 2020 zur Reichspogromnacht 1938

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