Notizen aus dem Rathaus

Liebe Menschen aus Neckarbischofsheim, Helmhof und Untergimpern,

diese Themen haben wir in dieser Woche für Sie ausgesucht:



Welle der Hilfsbereitschaft:
In unserer Stadt sind die ersten rund 20 Flüchtlinge aus der Ukraine angekommen, viele werden noch kommen, denn schon jetzt sind über zehn Millionen Menschen auf der Flucht. Vergangenen Donnerstag habe ich abends einen Hilferuf über die sozialen Medien abgegeben, denn wir suchten dringend nach Bettzeug. Die Resonanz hat mich bewegt: Freitags ab 7 Uhr in der Frühe wurden Decken, Kissen, Bezüge, Laken, Handtücher und komplette Reisebetten angeliefert (siehe Bild). Alles haben wir in der Zehntscheune zwischengelagert. Die ev. Kirche hat uns das Gebäude angeboten, vielen Dank dafür. In den kommenden Tagen haben sich unsere Landfrauen angekündigt, sie werden die Spenden sortieren und für den Gebrauch vorbereiten. Mich bewegt dieser Zusammenhalt und diese Hilfsbereitschaft, die Sie alle derzeit zeigen. Ich bin sehr dankbar, Ihr Bürgermeister sein zu dürfen.
Und noch ein guter Tipp für eine Internetseite: Auf der Seite https://handbookgermany.de/de/ukraine-info/de.html sind wichtige rechtliche Infos und viele Tipps für Flüchtlinge aus der Ukraine zu finden. Diese Informationen helfen dabei, eine einfachere Orientierung in Deutschland ermöglichen. Die Seite gibt es in deutscher, ukrainischer und russischer Sprache.

Städtepartnerschaften:
Die Städtepartnerschaften mit La Chapelle-Saint-Luc in Frankreich sowie Pereslawl-Salesski in Russland sind in den letzten sieben, acht Jahren leider ins Stocken geraten. 2021 hätten wir den 50. Geburtstag der Freundschaft mit La Chapelle gerne groß gefeiert, doch Corona ließ keine würdige Veranstaltung zu. Mittlerweile hatte ich Kontakt mit dem Bürgermeister der Stadt, und der Plan ist, dass eine französische Delegation im Laufe des Jahres zu uns kommt und wir dann die Feier nachholen. Ich freue mich sehr darauf.  

In diesem Jahr würden wir den 30. Geburtstag unserer Partnerschaft mit Pereslawl-Salesski feiern, doch die aktuelle politische Situation verbieten eine Feierlichkeit. Zudem raten uns mehr und mehr Menschen, vor allem solche aus der übergeordneten Politik, die Partnerschaft mit einer russischen Stadt zu beenden. Wie würden Sie reagieren? Für mich ist das eine schwierige Entscheidung: Einerseits verachte ich den Kriegsterror von Putin und seiner Moskauer Machtelite und wünsche mir noch viel konsequentere Handlungen gegen diese Kriegstreiber; andererseits möchte ich nicht das gesamte russische Volk unter Generalverdacht stellen. Dieses Land ist keine Demokratie, eine große Mehrheit in Russland weiß nicht, was aktuell in der Ukraine wirklich passiert, denn alle freien Medien wurden abgeschaltet, es gibt nur noch staatlich kontrollierte Berichterstattung. Ich habe viele Russen kennengelernt und enorm gute Erfahrungen gemacht. Deswegen ist der Schritt, die Städtepartnerschaft mit Pereslawl-Salesski zu beenden, für mich aktuell keine Option. Wir werden die Kommunikation nicht abreißen lassen, aber zu unserer Meinung stehen: Putin ist ein Kriegsverbrecher, Russland der Aggressor.

Bleiben Sie hoffnungsvoll und gesund.

Ihr Thomas Seidelmann
Der Bürgermeister

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