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Notizen aus dem Rathaus KW 3/2026

Liebe Bürgerinnen und Bürger

aus Neckarbischofsheim, Helmhof und Untergimpern!

Vor einigen Tagen meinte ein erboster Vater im Gespräch mit mir, dass die Stadt sich an den Gebühren, die Eltern für den Kindergarten zahlen müssten, kräftig die Taschen vollstopfe. Das brachte mich auf die Idee, an dieser Stelle etwas Aufklärungsarbeit zu leisten und der Wahrheit den Weg zu ebnen.

Zunächst einmal ist wichtig zu wissen, dass die Elternbeiträge aktuell weniger als zehn Prozent der Kosten decken, die der Stadt durch die Kinderbetreuung entstehen. Kinderbetreuung kostet also auch die Kommune sehr, sehr viel Geld – Geld, das wir als Stadt (getragen von einem Gemeinderat, der seit Jahren vorbildlich und über die finanzielle Schmerzgrenze hinaus in Betreuung und Bildung unserer Kinder und Jugendlichen investiert) immer gerne gezahlt haben. Doch manchmal müssen dennoch Entscheidungen getroffen werden, die sehr schmerzlich sind. So hat der Gemeinderat beschlossen, einen der kommunalen Kindergärten zur Jahresmitte zu schließen, weil dann die Betreuungskapazitäten durch alle anderen Einrichtungen abgedeckt werden können. Auch wenn die Gründung der Einrichtung vor zwei Jahren von Anfang an Übergangslösung formuliert war, tut so ein Schritt weh und macht traurig.

Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke meinte kürzlich medienwirksam, seine Kommune subventioniere jeden einzelnen Kindergartenplatz pro Jahr mit 10.000 Euro. Bei uns ist das nicht anders, wobei das oben Gesagte gilt: Jede Gemeinde, jede Stadt investiert gerne in Kinder – und damit in die Zukunft.

Doch angesichts riesiger Haushaltslöcher muss die Frage erlaubt sein, wie sich Kosten senken lassen. Mein Vorschlag wäre: nicht immer noch mehr Vorschriften, noch mehr Regelungen, noch mehr Dokumentation, die dem Kind wenig bis nichts bringen, den Apparat jedoch künstlich aufblähen. Statt die vielbeschworene Verminderung der Bürokratie einzuleiten, delegieren Land und Bund immer neue Aufgaben an die Kommunen, ohne jedoch eine entsprechende finanzielle Ausstattung zur Verfügung zu stellen. Das Prinzip, wonach bezahlt, wer bestellt hat, gilt leider schon lange nicht mehr. So werden die Kommunen als Orte der politischen Realität weiterhin kämpfen müssen, damit die Menschen gut leben können.

Sie interessieren sich für noch mehr Zahlen aus Ihrer Kommune? Dann möchte ich Sie sehr herzlich zu unserer nächsten Gemeinderatssitzung am 27. Januar um 19 Uhr in die Aula der Grundschule einladen. In dieser Sitzung werden wir den Haushaltsentwurf für 2026 vorstellen. Vergnügungssteuerpflichtig wird das nicht, doch die Realität leerer kommunaler Kassen lässt sich nicht weiter beschönigen.

Bleiben Sie demokratisch, gelassen und geschmeidig.

Ihr

Thomas Seidelmann

Bürgermeister

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