Notizen aus dem Rathaus KW 46/2025
Liebe Bürgerinnen und Bürger aus Neckarbischofsheim, Helmhof und Untergimpern!
In dieser Woche möchte ich Sie ganz herzlich zu unseren Gedenkmöglichkeiten im Rahmen des Volkstrauertags einladen. Diese finden um14 Uhr in Helmhof (geleitet von BM-Stellvertreter Gerold Rossel) und Untergimpern (geleitet von Stadtrat Ruven Dotterer) und um 15 Uhr in Neckarbischofsheim (geleitet durch mich) statt, wie immer jeweils auf dem Friedhof. Wir freuen uns über viele Teilnehmer!
Der Volkstrauertag ist kein Tag des Wegschauens. Er ist ein Tag, an dem wir uns bewusst dem stellen, was Krieg bedeutet – Leid, Trauer, Zerstörung, Hoffnungslosigkeit. Er ist ein Tag, der uns mahnt, Verantwortung zu übernehmen, damit sich das Unbegreifliche nicht wiederholt. Der Blick in unsere Welt zeigt uns, dass diese Mahnung bitter nötig ist. Die Kriege in Europa und anderen Teilen der Welt, der Terror, der Fanatismus, die Spaltung in Gesellschaften – sie führen uns vor Augen, wie fragil Frieden ist. Und wie schnell sich Gewissheiten auflösen können. Viele Menschen auch hier in Neckarbischofsheim spüren das, weil sie selbst geflohen sind oder Angehörige haben, die in Krisengebieten leben. Für sie ist Erinnerung nicht nur Geschichte – sie ist Gegenwart.
Doch der Volkstrauertag soll nicht nur ein Tag des Schmerzes sein. Er soll auch ein Tag der Menschlichkeit sein. Denn das Gedenken an die Opfer führt uns zusammen. Es erinnert uns daran, dass wir einander brauchen, dass wir füreinander Verantwortung tragen, dass Frieden mit kleinen Gesten beginnt: mit Respekt, Zuhören, Anteilnahme.
Wir hier in Neckarbischofsheim können nicht alle Konflikte in der Welt lösen. Aber wir können jeden Tag entscheiden, wie wir in unserer eigenen Gemeinschaft leben wollen: ob wir Gräben aufreißen oder Brücken bauen, ob wir misstrauen oder Vertrauen schenken, ob wir spalten oder verbinden. Frieden beginnt nicht in den Hauptstädten. Er beginnt in unseren Straßen, in unseren Vereinen, in unseren Schulen, in unseren Familien.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie am kommenden Sonntag Gedanken wie diese mit uns teilen möchten. Schön wäre, wenn wir uns alle am Sonntag auf den Friedhöfen unserer drei Ortsteile begegnen könnten.
Bleiben Sie demokratisch, gelassen und geschmeidig.
Ihr Thomas Seidelmann
Bürgermeister